Robinson Crusoe

Robinson Crusoe, der Mann, der Jahrzehnte auf einer einsamen Insel verbrachte, ist weltberühmt. Auch wer den Roman von Daniel Defoe nicht gelesen hat, kennt ihn und seine Abenteuer, die in diesem Hörspiel meisterlich erzählt werden.

Wir erleben Robinson hier wie im Original schon vor jenem Schiffbruch, der ihn schließlich auf seine Insel verschlägt. Wir sind dabei, wenn er sich dort nach und nach eine feste Behausung zimmert, dem Wetter trotzt, Ziegen züchtet und Korn anbaut. Wir erleben seine Verzweiflung, seinen Optimismus, seine Geschicklichkeit und seinen Einfallsreichtum. Mit ihm entdecken wir schließlich die ganze Insel - immer in der Hoffnung auf Errettung aber gleichzeitig in panischer Angst vor den wilden Menschenfressern.

Auf wesentliche Elemente reduziert

Der englische Schriftsteller Daniel Defoe in einem undatierten Stich. Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Der englische Schriftsteller Daniel Defoe in einem undatierten Stich. Doch bei diesem Hörbuch ist es nicht nur Robinson, der ein Tagebuch führt - ihm zur Seite steht ein zweiter Erzähler, mit dem er ab und zu in einen munteren Dialog tritt. Außerdem erleben wir Robinson auch mit seinem Vater, mehreren Schiffskapitänen, Piraten, Meuterern, Eingeborenen und natürlich seinem Gefährten Freitag. Die hervorragende Musik und die akustisch brillante Inszenierung mit den schnell wechselnden Erzählebenen machen aus dem ursprünglichen Monolog von Daniel Defoes Robinson ein kurzweiliges und spannendes Hörerlebnis.

Da krächzt Papagei Poll, Ziegen meckern, Musketen knallen und die Wilden tanzen zum Trommelschlag um ihr Feuer. Der Schiffbruch wird zum spektakulären Untergang. Die Geschichte ist so auf ihre wesentlichen Elemente reduziert. Die Wiederholungen, die langen Aufzählungen und Beschreibungen des Originals sind verschwunden. Das religiöse Motiv - also die christliche Bekehrung Robinsons wie später Freitags - bleibt allerdings erhalten.

Hoffnung auf Fortsetzung

Daniel Defoe schrieb Robinson Crusoe im Jahre 1719. Er kombinierte verschiedene Elemente - Abenteuerroman, Tagebuch, Bekehrungsliteratur und Reisebericht - und schuf damit einen der großen Romane der Weltliteratur, der in gekürzter Fassung ein beliebtes Jugendbuch ist. Das Leben und die seltsamen Abenteuer des Robinson Crusoe, eines Seemannes aus York war Defoes erster Roman, weitere sollten folgen, unter anderem Die weiteren Fahrten des Robinson Crusoe. Mit einem Ausblick auf diese späteren Abenteuer endet das Hörbuch. Hoffentlich ein Hinweis darauf, dass auch diese Geschichten bald mit den hervorragenden Sprechern dieser Robinsonade (Felix von Manteuffel, Konstantin Graudus und Moise Matura) unter der Regie von Sven Stricker vertont werden.

Christina Bergmann

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