1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose form 30 Languages


 

Quadriga

Der internationale Talk

Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  

Thailand in Turbulenzen - Wird das Land unregierbar?

Der Machtkampf in Bangkok steht kurz vor der Entscheidung: Oppositionsbewegung oder Premier - wer gibt zuerst nach? Die "Volksallianz für Demokratie" fordert den Rücktritt von Regierungschef Samak Sundaravej. Diese Thailänder, arme und reiche, junge und alte, es sind auch drei Dutzend Mönche dabei, sie haben ein System satt, dem sie systematische Korruption vorwerfen.

Die Demonstranten wollen den sofortigen Wechsel. Mit vorgezogenen Neuwahlen geben sie sich nicht zufrieden. Erst vor acht Monaten gab es die letzten Parlamentswahlen. Solange Samak ausharrt, wollen auch sie durchhalten, stürmen Flughäfen, tragen den Protest in die Provinzen. Die Gewerkschaften machen mit, bestreiken die Bahnen und Ämter.

Friedlich ist die thailändische Protestbewegung indes nicht, im Gegenteil. Die Auseinandersetzungen zwischen Regierungsanhängern und Demonstranten werden immer brutaler. Erst Dienstag schossen Sympathisanten von Premier Samak Sundaravej in Bangkok mit Speeren und Zwillen auf Demonstranten. Etliche Verletzte und auch erste Todesopfer haben die Proteste schon gefordert. Jetzt herrscht der Ausnahmezustand in Bangkok, verhängt vom Regierungschef. Aber die Volkallianz will nicht aufgeben.

Die Demonstranten sprechen von einer käuflichen Nomenklatura, die das Land im Griff hat. Der frühere Premier Thaksin Shinawatra habe das System mit seiner populistischen Wirtschaftspolitik, den billigen Krediten und den hohen Subventionen auf die Spitze getrieben. Korruption und Manipulation allüberall. Die Stimmen der armen Bauern im Nordosten haben Thaksin ebenso wie sein Statthalter, der jetzige Regierungschef Samak, mit großzügigen Geldgeschenken gekauft.

Über Thaksin Shinawatra – inzwischen im englischen Exil - erregen sich die städtische Elite, die Intellektuellen und die Medien Bangkoks, viele Militärs und noch mehr Royalisten, die in ihm immer einen Autokraten sahen, der es angeblich sogar mit dem über alles verehrten König aufnehmen wollte.

Der Konflikt spiegelt die Teilung des Landes wider. Arm und Reich, Norden und Süden. Die arme Landbevölkerung hat den jetzigen Premier genauso unterstützt wie den vor zwei Jahren in einem Putsch gestürzten Regierungschef Thaksin. Dass deren Programm offenbar attraktiv für diejenigen war, die bis dato in der thailändischen Politik bestenfalls als "Stimmvieh" interessant waren, hat die alte Elite, wozu auch die Armee gehört, nie verwunden. Und deshalb tut diese Elite alles, um die alte Ordnung wieder herzustellen.

Was meinen Sie: "Thailand in Turbulenzen - Wird das Land unregierbar?"

Schreiben Sie uns an: Quadriga@dw-world.de

 

Unsere Gäste waren:

Gerhard WillDer Politologe ist Asienexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin.

Hendra Pasuhuk - Jahrgang 1961. Chef vom Dienst des Indonesien-Programms von DW-Radio. Ausbildung als Rundfunkjournalist in Indonesien. Schreibt seit 1995 über Wirtschaft und Politik in Asien, u.a. für die Frankfurter Rundschau und die taz. Spezialreportagen über die Asien-Krise 1997-1998, den Osttimor-Konflikt 1999 und die Tsunami-Katastrophe 2004. Seit 1999 bei DW-Radio.

Sven Hansen – Der Deutsche ist Politologe und arbeitet seit 1997 als Asienredakteur bei der Tageszeitung TAZ in Berlin. Schon als freier Journalist interessierte in Asien ganz besonders und berichtete unter anderem als Korrespondent aus Hongkong. Auch heute reist er noch mehrmals pro Jahr nach Asien.

 
Artikel bookmarken

VersendenDrucken



 

DW-TV EUROPA live

euromaxx (deutsch) - Leben und Kultur in Europa