Glaubenssachen
Die Kirchensendung
Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Barack Obama – Hoffnung für die Afroamerikaner
Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Barack Obama, könnte der erste nicht weiße Präsident der USA werden. Das wäre eine von mehreren spektakulären Veränderungen im Washingtoner Politik-Betrieb. Auch die religiöse Farbe im Weißen Haus würde wechseln. Während zwei Mal die Stimmen der konservativen Christen dafür sorgten, dass George W. Bush zum Präsidenten wurde, käme mit Barack Obama ein liberaler Protestant ins Amt.
Zwar ist Obama kürzlich aus seiner Gemeinde ausgetreten - der Trinity United Church of Christ in Chicago - einer Gemeinde, die konsequent der schwarzen Befreiungstheologie anhängt. Der Anlass dazu war aber nicht eine Abkehr von der Kirche, sondern das Verhalten des Ortspfarrers Jeremiah Wright, der Obama vor rund 20 Jahren getauft und einige Jahre später auch getraut hatte. Reverend Wright hatte in seinen Predigten Amerika ein rassistisches Land genannt und die Terrorangriffe vom 11. September als konsequente Folge der überheblichen amerikanischen Weltpolitik benannt. In den radikalen Ansichten des Pfarrers sah Obamas Wahlkampfteam eine Gefahr für seine Wahlchancen. Und so verließ Barack Obama die Gemeinde aus politischen Gründen. Doch der Kandidat betont, dass er sich weiterhin als Christ verstehe. Für den Wahlkampf hält sich Obama den Kontakt zu ganz unterschiedlichen Kirchen und religiösen Gruppen erst einmal offen.
Diese ökumenische Offenheit hat er schon einmal bewiesen. Als er sich nämlich 1985 als Community-Organizer anstellen ließ, eine Art Sozialarbeiter in den südlichen Vororten von Chicago. Dort, in der so genannten South Side, leben fast ausschließlich Schwarze. Nach dem Niedergang der heimischen Stahlindustrie in den 80er Jahren herrschen hier Arbeitslosigkeit, Drogen und Gewalt. Als junger Sozialarbeiter motivierte er die Bewohner des Gettos ihre Probleme selbständig anzugehen und für Lösungen selbst zu kämpfen. Und diesen Ansatz verfolgt der Präsidentschaftskandidat Obama heute noch. Er versucht das Mitmachkonzept aus der South Side Chicago jetzt auf die große Politik zu übertragen. Mit Begeisterung unterstützen die Schwarzen ihren früheren Sozialarbeiter, der vielleicht bald Präsident sein könnte. Und sie verbinden monumentale Hoffnungen mit ihrem Mann fürs Weiße Haus.






