Buchtipp
Marcel Feige: Das große Comic-Lexikon
Kräsh. Bumm. Bäng ... Ob amerikanische Superhelden von Stan Lee und Jack Kirby, frankophile Funnies von Hergé und Franquin, britische Graphic Novels von Neil Geiman oder japanische Mangas von Naoko Takeuchi – Comicstrips sind längst ein fester Bestandteil unserer Kultur. Das Comic-Lexikon verschafft einen Überblick über Künstler, ihr Werk und ihre Helden.
Comic-Lexika gibt es so manche – aber in Deutschland und in deutscher Sprache bisher keines, das als umfassend und zufriedenstellend bezeichnet werden könnte. Es gibt Nachschlagewerke, die Comic-Zeichner und Autoren in einer Art Selbstdarstellung präsentieren, andere, die sich mehr den Comic-Inhalten widmen und die Autoren nur knapp behandeln und etliche, die heillos veraltet sind, die mit der rasanten Entwicklung des Genres einfach nicht Schritt halten konnten. Oft sind sie auch nicht mehr im Handel.
Kein umfassendes Nachschlagewerk
Das "Große Comic-Lexikon" von Marcel Feige ist auch kein allumfassendes Nachschlagewerk, ist also kein vielbändiger Brockhaus, der die Gesamtheit der Comic-Kunst erfasst. Dieses Manko gesteht der im Verfassen von Lexika versierte Autor auch gleich im Vorwort ein. Er beschränkt sich auf Comics, Zeichner, Autoren und ihre Figuren, die ins Deutsche übersetzt und bei uns also bekannt sind. Für den Liebhaber der Bildergeschichten ist das auch sinnvoll, der literatur-, kunst- und kulturwissenschaftlich am Comic-Genre weltweit Interessierte wird sich speziellen Werken zuwenden, die seine Bedürfnisse befriedigen. Diese Art von Nachschlagewerken widmen sich zum Beispiel bestimmten Themen im Comic, speziell den amerikanischen oder japanischen Bildergeschichten oder gar besonderen Stilrichtungen. Es gibt sie als einzelnes Buch oder als Lose-Blatt-Sammlung, die ständig ergänzt werden muss.
Das hier vorliegende Comic-Lexikon beginnt mit "A" wie Abenteuer als Comic-Genre und mit den Abenteuern der Minimenschen, einer Folge des belgischen Künstlers Pierre Seron, und endet mit "Z", wie Zyklotrop, einer dem Bösen dienenden, glatzköpfigen Figur in blauer Kutte, kreiert von André Franquin. Dazwischen das alphabetisch geordnete Comic-Feuerwerk von rührenden wie abstrusen Stories, von abenteuerlichen Ausflügen in die Vergangenheit und schrägen Blicken in die Zukunft.
Alte Bekannte und Neue Gesichter
Alle uns bekannten Figuren sind anzutreffen: Goofy und die Familie Duck ebenso wie Batman, Fix und Foxy, Nick Knatterton, Fritz the Cat, Tim und Struppi, Lucky Luke, die Peanuts mit Charlie Brown, Asterix und Obelix und so weiter, und so weiter. Aber, das ist ja ein Sinn eines solchen Lexikons, auch die unbekannten Figuren und Stories sind umfangreich vertreten. Man kann auch nach Comic-Titeln, wie Dragon Ball, der Geschichte von den sieben geheimnisvollen Kugeln, suchen oder nach den Comic-Künstlern und Autoren. Marcel Feige bietet außerdem eine respektable Einführung in die "Geschichte der Comic-Strips" bis hin zum Gegenwartserfolg der japanischen "Mangas" und im Anhang einen Service-Teil, der auch Comic-Verlage auflistet. Ein ganz kleines Manko zum Schluss: Der Verlag hat die Kosten gescheut, die zahlreichen Abbildungen auch farbig zu drucken.
Weitere Schlagzeilen
Das Buch Kompakt
- Marcel Feige: Das große Comic-Lexikon
- Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2001
- ISBN: 3-89602-285-7
- Preis (EURO): 22.90



