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Interview | 08.09.2008

Norbert Walter: Maßnahmen der US-Regierung können Steuerzahler „sehr teuer zu stehen kommen“

Chefvolkswirt der Deutschen Bank im Interview der Deutschen Welle

        

Die Maßnahmen der US-Regierung zur Rettung der beiden wichtigsten US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac werden den amerikani­schen Steuerzahler nach Ansicht von Norbert Walter „sehr teuer“ zu stehen kommen. In einem Interview der Deutschen Welle sagte der Chefvolkswirt der Deutschen Bank: „Das wird eine sehr, sehr teure Lösung. Das bedeutet natürlich auch, dass man sich Sorgen machen muss, ob die amerikani­schen Staatsanleihen mit so niedrigen Zinsen wie bislang in der nächsten Zeit bedient werden können.“ Sollten Zinserhöhungen unausweichlich er­scheinen, „wird für Amerika wohl eine ziemlich lange Zeit ernsthafter Ein­schränkungen kommen“, prognostizierte Walter. Gleichwohl vertrat er die Ansicht, es könne sich bei der Kontrolle durch die US-Regierung nur um eine Zwischenlösung handeln. Walter: „Die Amerikaner sind ja nicht dafür bekannt, dass sie staatliche Institutionen über alle Maßen lieben.“

Die Immobilienkrise und die damit in Zusammenhang stehende ange­spannte Lage auf dem Finanzmarkt würden „sowohl die Banken in den USA wie auch in Europa in Atem halten. Das wird nicht in ein oder zwei Quartalen ausgestanden sein.“ Walter sagte, er sei sich „einigermaßen sicher“, dass der Konjunktur eine längerfristige Talfahrt drohe.

8. September 2008
104/08

 
 
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