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Unternehmen | 03.06.2008

Hamid Mir: Medien sind „Hauptangriffsziel in Pakistan“

Renommierter pakistanischer Journalist beim Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn

       

„Das Attentat war ein perfekt geplanter terroristischer Anschlag.“ Das sagte der pakistanische Journalist Hamid Mir zum Bombenanschlag auf die dänische Botschaft in Islamabad vom 2. Juni. Beim Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn betonte Mir die Verantwortlichkeit der Medien. Er bezog sich hierbei auf die Berichterstattung in pakistanischen Medien über den islamkritischen Film des niederländischen Politikers Geert Wilders. Hamid Mir, der beim pakistanischen Fernsehsender GEO TV eine tägliche politische Talkshow moderiert, hatte in seiner Berichterstattung darauf hingewiesen, dass nur eine Minderheit der Niederländer die Auffassung von Geert Wilders teile. Dies habe deeskalierend gewirkt.

Die Medien seien ein „Hauptangriffsziel in Pakistan“, so der in seinem Land renommierte Journalist. Die Bedrohung gehe sowohl vom Staat als auch von Terroristen aus, so Mir weiter. 14 Journalisten seien 2007 in Pakistan ermor­det worden, rund 300 verhaftet. 40 Radio- und TV-Stationen seien geschlos­sen worden. Eine Wiederaufnahme des Sendebetriebs sei nur nach der Unterzeichnung einer offiziellen Entschuldigung und unter Auflagen möglich gewesen. Fünf bekannte Moderatoren, darunter er selbst, hätten ein Auftritts­verbot erhalten.

Mit Blick auf den Ausgang der jüngsten Wahlen in Pakistan in diesem Jahr zeigte sich Hamid Mir dennoch optimistisch, was die Zukunft seines Landes betrifft. Der Wahlausgang sei ein „deutlicher Hinweis“, dass Pakistan „kein extremistischer Staat“ werde. „Die Zukunft ist vielversprechend.“ Das pakista­nische Volk unterstütze Demokratie und Rechtsstaat.

3. Juni 2008
69/08

 
 
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