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Banken | 23.05.2008

Neue Spekulationen um die Zukunft der Postbank

Allianz und Commerzbank wollen laut Medienberichten die Postbank übernehmen. Zusammen mit der Allianz-Tochter Dresdner Bank könnte so eine neue Großbank enstehen. Die Börse reagiert mit Kurssteigerungen.

In die Debatte um die Zukunft der Postbank kommt Bewegung. Wie das "manager-magazin" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, haben der Versicherungskonzern Allianz und die Commerzbank zehn Milliarden Euro für das Bonner Institut geboten. Alle drei wollten den Bericht auf Nachfrage nicht kommentieren.

 

Größer als die Deutsche Bank

 

Die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt (Quelle: DPA)Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Auch die Commerzbank wird als möglicher Käufer der Postbank gehandelt

Kommt das Geschäft zustande, würde eine neue deutsche Superbank entstehen, die den derzeitigen Branchenprimus, die Deutsche Bank, überrundet. Die Allianz könnte ihre angeschlagene Tochter Dresdner Bank einbringen, die mit 1074 Geschäftsstellen das größte Filialnetz unter den deutschen Großbanken hat. Die Commerzbank hat rund 820 Filialen. Und die Postbank hat sehr viele Kunden – rund 14,5 Millionen. Das macht sie interessant für Übernahmen.

 

Die Tageszeitung "Die Welt" berichtete wiederum, informierte Kreise hätten dementiert, dass Allianz und Commerzbank zehn Milliarden Euro für die Postbank geboten hätten. Allerdings sammele die Deutsche Post derzeit tatsächlich Angebote für die Postbank, berichtete die "Welt" am Freitag (23.05.2008). Im Sommer solle dann eine offizielle Ausschreibung folgen. Richtig sei weiterhin, dass Commerzbank und Allianz darüber nachdenken, ein entsprechendes Angebot abzugeben.

 

Angeschlagene Dresdner Bank

 

Das Galileo-Hochhaus der Dresdner Bank in Frankfurt (Quelle: DPA)Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:  Die Dresdner Bank kämpft mit Verlusten und sucht Partner

Die Allianz ist der größte deutsche Versicherungskonzern. Seine Tochter Dresdner Bank kämpft mit Verlusten. Im ersten Quartal hatte die Bank ein Minus von 513 Millionen Euro eingefahren. Im Vorjahreszeitraum hatte sie noch einen Gewinn von 612 Millionen Euro verzeichnet. Allianz-Chef Michael Diekmann hat am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Unternehmens bestätigt, dass derzeit Sondierungsgespräche über die Zukunft der Bank stattfinden. Näheres wollte er allerdings noch nicht sagen.

 

Ein Angebot von zehn Milliarden Euro entspricht nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters in etwa der momentanen Marktkapitalisierung der Postbank. Nachdem der Bericht des "manager-magazins" am Donnerstag bekannt geworden war, legten die Aktien der Postbank um 1,24 Prozent auf 60,63 Euro zu und die der Commerzbank um 2,4 Prozent auf 22,23 Euro. Die Aktien der Allianz verringerten ihre Verluste und fielen nur noch um 3,53 Prozent auf 119,98 Euro. Die Aktien der Deutschen Bank sanken um 0,40 Prozent auf 73,89 Euro. (det)

 
 
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