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Top-Thema | 17.04.2007

Wilhelm Busch - Vater des Comics und des schwarzen Humors

Neben Luther, Goethe, Schiller, Kant und Bach gehört er zu den berühmtesten Deutschen überhaupt: Wilhelm Busch. Wahrscheinlich hätte er sich darüber köstlich amüsiert.

Wilhelm Busch gilt als der deutsche Vater des Comics und des schwarzen Humors. Geboren wurde er vor 175 Jahren am 15. April 1832 in der Nähe von Hannover. Er war das erste von sieben Kindern. Als sein Bruder Otto geboren wurde, musste Wilhelm das Haus verlassen, da war er neun Jahre alt. Er kam bei einem Onkel unter, dem Pastor Georg Kleine, der den Jungen auch unterrichtete. Seine Eltern sah Wilhelm jahrelang nicht.

 

Mit 33 Jahren brachte Wilhelm Busch "Max und Moritz" heraus, was ihn literarisch unsterblich machte. Die Rechte an seinem Werk verkaufte er für nur 1700 Goldmark an seinen Verleger, der damit ein Vermögen verdiente. Ein Vermögen allerdings, das wohl auf einem Irrtum beruht. Denn die Geschichte, die sich nach außen hin so schrecklich moralisch und wilhelminisch-pädagogisch gebärdet, ist tatsächlich eine verkappte Kritik am Kleinbürgertum der Erwachsenen. Man nehme nur die Witwe Bolte, deren ganzer Lebensinhalt Hühner sind. Als sie das von Max und Moritz gemeuchelte Federvieh fein säuberlich im Apfelbaum aufgehängt findet seufzt sie pathetisch:

 

Fließet aus dem Aug', ihr Tränen!
All mein Hoffen, all mein Sehnen,
Meines Lebens schönster Traum
Hängt an diesem Apfelbaum!

 

Mit Bildergeschichten wie "Max und Moritz" machte Busch sich rasch einen Namen. Mit seiner einzigartigen Kombination aus witzigen Zeichnungen und satirischen Versen, die sich bei aller Kunstfertigkeit kinderleicht einprägen, wird Busch zum Urvater des Comics. Der Erfolg der bösen Buben ist bis heute ungebrochen. 2005 gab es sogar den Film "Max und Moritz reloaded".


 

GLOSSAR

 

Comic, das eine Geschichte aus einer Reihe gezeichneter Bilder mit kurzen Texten

 

schwarzer Humor, der – Witze und Späße, die ernste Themen in satirischer oder verharmlosender Weise behandeln

 

Pastor, der – der evangelischer Pfarrer

 

literarisch – die Literatur betreffend

 

Recht, das – der Besitzanspruch

 

Goldmark, die – Währung des Deutschen Kaiserreiches

 

Vermögen, das – der gesamte Besitz

 

Irrtum, der – ein Fehler, der dadurch entsteht, dass man sich nicht richtig konzentriert  oder informiert

 

moralisch – sittlich; Verhalten, das sozialen Werten entspricht

 

wilhelminisch – strukturiert, an die Regierungsjahre Wilhelms II. gelehnt, die von einer militarisierten Gesellschaft geprägt waren

 

Pädagogik, die – Wissenschaft, die sich mit Erziehung und Unterrichten beschäftigt

 

gebärden – verhalten, benehmen

 

verkappt – nicht offensichtlich, aber doch zu erkennen

 

Kritik, die – die Beurteilung

 

Kleinbürgertum, das – eine beschränkte, nur auf die eigene kleine Welt bezogene Weltsicht

 

meucheln – morden, hinrichten

 

pathetisch – ausdrucksvoll, dramatisch

 

satirisch – bissig, ironisch

 

Vers, der – Zeile mit einem bestimmten Rhythmus, Reim in einem Gedicht

 

reloaded - Anglizismus: neu aufgelegt


 

Fragen zum Text

 

Wilhelm Busch gilt als der deutsche Vater des Comics und des…

1.       kranken Humors

2.       schwarzen Humors

3.       trockenen Humors

 

Welches 1865 erschienene Buch machte Busch literarisch unsterblich?

1.       Hinz und Kunz

2.       Dick und Doof

3.       Max und Moritz

 

Die Rechte an der Geschichte von den zwei bösen Buben verkaufte Busch für…

1.      1700 Goldmark

2.      17000 Mark

3.      1700 Rubel

 

 

Arbeitsauftrag

Suchen Sie im Internet nach einer Geschichte von Wilhelm Busch und lesen Sie Sie Ihrer Klasse vor. Erklären Sie schwierige Passagen im Anschluss.

 


 
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