Buchtipp
H.G. Wells: War of the Worlds
Als das legendäre Hörspiel über den Angriff der Marsbewohner 1938 im amerikanischen Rundfunk gesendet wurde, löste es eine Massenpanik aus - bis Orson Welles es in der Absage zum Halloween-Scherz erklärte.
Es war der helle Wahnsinn, als 1938, an einem Sonntagabend Ende Oktober, die Bürger der USA in Panik gerieten und nichts mehr wie vorher war. Dabei hatte alles ganz normal angefangen - im Radio. Orson Welles, der damals schon bekannte Kriminalhörspielautor, plauderte an jenem spätherbstlichen Abend über das Thema "Besuch von außerirdischen Intelligenzen”, danach gab es programmgemäß Nachrichten und Wetter.
Die nachfolgende Tanzmusik wurde von einer überraschenden Nachricht unterbrochen: Auf dem Mars hätten zwischen 19:45 und 21.20 Uhr drei Explosionen stattgefunden. Und weiter hieß es: Auf einer Farm bei Grovers Mill im Staate New Jersey, 35 Kilometer von New York entfernt, sei ein riesiger, flammender Körper herabgestürzt. Wenige Sekunde später startete die "Direktreportage”…
Science-Fiction-Klassiker
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Herbert George Wells (1866-1946) Die "Reportage” war indes gar keine - sondern jenes legendäre, mit verwirrenden Geräuschen arbeitende Hörspiel "The War of the Worlds” (Der Krieg der Welten), inszeniert von Orson Welles. Dieser wiederum hatte den von seinem Fast-Namensvetter Herbert George Wells 1898 herausgebrachten Science-Fiction-Klassiker als Vorlage für sein Radiowerk adaptiert.
Anders als im Hörspiel, war der Schauplatz in der Romanvorlage das Viktorianische England. Herbert George Wells ließ die Ungeheuer vom Mars samt ihrer Furcht einflößenden Kriegsmaschinen in London einmarschieren. Und ganz in der Tradition der "Future War Story”, einem rein britischen Literaturgenre, verfolgte der Autor die Intention, das imperiale Gehabe der damals größten Weltmacht zu kritisieren.
Orson Welles und das Schreckensszenario
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Orson Welles bei einer Radioshow 1938 Für die Amerikaner aber stand die Bedrohung direkt vor ihrer Tür. Bereits nach drei Minuten Sendezeit war es Wells gelungen, die Spannung derart einzuheizen, dass eine beispiellose Massenhysterie in den Vereinigten Staaten losbrach: Sechs Millionen Amerikaner sollen das Schreckensszenario im Radio verfolgt haben, zwei Millionen glaubten daran.
Fernsehen gab es noch nicht. Was galt, war allein das Wort. Und das beherrschte kaum einer besser als der Regisseur und wandlungsfähige Sprecher des Hörspiel-Reporters, Orson Welles, dessen Stimme auch heute noch fasziniert und in die Glieder fährt. So zum Beispiel auch, als er vom Gedanken besessen ist, möglicherweise der letzte lebende Mensch auf der Welt zu sein …
Weitere Schlagzeilen
Das Buch Kompakt
- H.G. Wells: War of the Worlds
- Verlag: Der Hörverlag, 2005
- ISBN: 3-89940-617-6
- Preis (EURO): 14.95




